…was bedeutet das und wo steht die Imkerei Bremer heute?
Viele Menschen sagen: „Bio bei Honig – geht das überhaupt? Die Bienen fliegen doch hin, wo sie wollen.“
Das stimmt natürlich. Honigbienen lassen sich nicht auf einzelne Felder oder Gärten beschränken. Trotzdem gibt es klare Regeln dafür, wann eine Imkerei als Bio- oder Öko-Imkerei arbeiten darf.
Bei einer Bio-Imkerei geht es deshalb nicht darum, jede einzelne Blüte zu kontrollieren. Entscheidend ist vielmehr, wie die Bienen gehalten werden, wo die Bienenstände stehen und wie in der Imkerei gearbeitet wird.
Was bedeutet Bio-Imkerei?
Eine Bio-Imkerei arbeitet nach den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung und – in unserem Fall – zusätzlich nach den strengeren Naturland-Richtlinien.
Dabei geht es unter anderem um:
- möglichst naturnahe und wesensgemäße Bienenhaltung
- geeignete Standorte mit möglichst wenig intensiver Landwirtschaft
- natürliche Materialien in den Beuten
- Wachs aus eigener oder kontrollierter Herkunft
- schonende Behandlungsmethoden
- möglichst wenig Eingriffe in das Bienenvolk
- eine nachvollziehbare Dokumentation aller Arbeiten
Die Bienen dürfen zwar weiterhin frei fliegen, die Bienenstände müssen aber so gewählt werden, dass sich im Flugradius möglichst viele naturnahe Flächen, Wiesen, Wälder oder ökologisch bewirtschaftete Flächen befinden.
Was bedeutet das konkret in unserer Imkerei?
In der Imkerei Bremer setzen wir bereits seit längerer Zeit auf eine wesensgemäße Bienenhaltung:
- möglichst viel Naturwabenbau
- wenig Eingriffe in die Völker
- ausreichend Platz für die natürliche Entwicklung
- Verzicht auf Kunststoff im direkten Bienenbereich
- ausschließliche Haltung der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera)
Seit dem 1. Januar 2026 stellen wir unsere gesamte Imkerei zusätzlich Schritt für Schritt auf die Anforderungen der Bio- und Naturland-Richtlinien um.
Beginn der Umstellung am 1. Januar 2026
Der offizielle Beginn unserer Umstellung zur Bio-Imkerei war der 1. Januar 2026.
Seit diesem Zeitpunkt werden nach und nach alle Bereiche der Imkerei angepasst:
- Materialien und Betriebsmittel
- Herkunft von Wachs und Futter
- Dokumentation und Stockkarten
- Standorte der Bienenstände
- Aufnahme neuer Völker und Schwärme
Besonders wichtig ist dabei: Nach den Öko- und Naturland-Richtlinien darf nur ein begrenzter Anteil konventioneller Schwärme oder Völker in die Imkerei aufgenommen werden.
Wenn wir eingefangene Schwärme übernehmen, werden diese deshalb nur teilweise in unsere Imkerei integriert. Viele Schwärme geben wir an andere Imker weiter oder verkaufen sie. Wird ein Schwarm dauerhaft übernommen, wird er später mit einer Königin der Dunklen Biene umgeweiselt.
Erste Kontrolle im März 2026 erfolgreich bestanden
Im März 2026 fand bereits die erste Kontrolle durch die Öko-Kontrollstelle statt.
Dabei wurde überprüft:
- wie unsere Bienen gehalten werden
- welche Materialien verwendet werden
- wo die Bienenstände stehen
- wie Wachs, Futter und Honig verarbeitet werden
- wie genau die Arbeiten dokumentiert werden
Die erste Kontrolle haben wir erfolgreich bestanden. Damit bestätigt die Kontrollstelle, dass sich unsere Imkerei auf dem richtigen Weg zur Bio-Zertifizierung befindet.
Weitere Informationen dazu gibt es auch in unserem Blogartikel:
Warum darf unser Honig noch nicht als Bio-Honig verkauft werden?
Auch wenn wir bereits heute nach vielen Bio-Richtlinien arbeiten, darf unser Honig aktuell noch nicht das Öko-Siegel tragen.
Der Grund ist die vorgeschriebene Umstellungszeit. Erst wenn die Imkerei über den erforderlichen Zeitraum vollständig nach den Vorgaben geführt wurde, darf der Honig offiziell als Bio-Honig verkauft werden.
Für unsere Imkerei bedeutet das:
- Beginn der Umstellung: 1. Januar 2026
- erste Kontrolle: März 2026
- nächste Jahreskontrolle: Frühjahr 2027
- Abschluss des Umstelljahres: Frühjahr 2027
Wenn auch die nächste Kontrolle erfolgreich verläuft, ist das Umstelljahr abgeschlossen. Dann darf unser Honig erstmals offiziell das Öko-Siegel tragen.
Bio-Honig ab 2027
Wir gehen deshalb davon aus, ab Frühjahr beziehungsweise mit der Honigernte 2027 erstmals zertifizierten Bio-Honig anbieten zu können.
Bis dahin arbeiten wir weiter daran, unsere Imkerei konsequent nach den Bio- und Naturland-Richtlinien auszurichten.
Warum uns dieser Weg wichtig ist
Für uns gehören wesensgemäße Bienenhaltung, Nachhaltigkeit und der Erhalt der Dunklen Biene zusammen.
Die Umstellung zur Bio-Imkerei ist deshalb für uns kein reiner bürokratischer Schritt. Sie ist die konsequente Fortsetzung dessen, wie wir unsere Imkerei schon heute verstehen:
- naturnah
- transparent
- nachhaltig
- möglichst bienengerecht
Häufige Fragen
Fliegen Bio-Bienen nur auf Bio-Blüten?
Nein. Bienen fliegen frei in einem Radius von mehreren Kilometern. Deshalb kann niemand garantieren, dass ausschließlich Bio-Blüten angeflogen werden. Entscheidend sind die Standorte und die Art, wie die Imkerei arbeitet.
Warum dauert die Umstellung bis 2027?
Die Umstellung auf Bio ist gesetzlich vorgeschrieben und benötigt eine gewisse Zeit. Erst nach Ablauf dieses Umstelljahres darf der Honig offiziell als Bio-Honig verkauft werden.
Was bedeutet Naturland bei einer Imkerei?
Naturland stellt zusätzliche Anforderungen, die über die normalen Bio-Regeln hinausgehen. Dazu gehören unter anderem strengere Vorgaben bei Materialien, Wachs, Standorten und der Aufnahme neuer Völker.
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